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Zeitgeist
 
Bereits am Anfang der sechziger Jahre und damit früher als sonst irgendwo auf der Welt, begannen Motorsportler in England, die Veteranen - Szene zu beleben. Das Restaurieren, im Sinne der Zurückversetzung in den Originalzustand, statt der bis dahin üblichen und einfachen Instandsetzungsarbeiten, wurde populär.
Waren es am Anfang noch ältere Herren, die sich mit den Fahrzeugen aus ihrer Jugendzeit beschäftigten und sich noch bestens auskannten, so ergaben sich bei der jüngeren Generation, immer mehr Fragen nach Vorlagen und Informationen zu den Objekten, aus der nicht mehr selbst erlebten Zeit.
Nun steht natürlich die Jugend unserer Zeit, vor einem unvergleichlich schwierigeren Problem. In Westeuropa befasst sich eine ganze Industrie mit dem Nachdruck von Ersatzteillisten oder Originalprospekten und in Magazinen oder Fachzeitschriften werden regelmäßig ganze Restaurationen beschrieben, die fachgerecht durchgeführt werden.
Da ja nun der "Oldtimer - Boom" schon lange auch zu uns über den Kanal geschwappt ist, steht natürlich auch hier die große Frage, wie mache ich das.
Eine Antwort gibt es leider nicht, denn wer jetzt nach detaillierten Informationen sucht, der hat schlechte Karten.
Denn sowohl der ADMV der DDR und schon gar nicht westliche Nachfolge Organisationen, haben auch nur die geringste Anstrengungen unternommen, um zu retten was zu retten gewesen wäre. So stehen wir heute, über zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung, erneut vor einem Problem, dass nur wir allein lösen können. Allerdings sitzt uns dabei die Zeit gewaltig im Nacken, denn wenn die paar Experten von damals, von ganz oben "abberufen" werden, dann steht unsere Jugend ganz schön ratlos da. Denn solche Verknüpfungen, wie sie in der Familie Melkus eingetreten sind, wird es so schnell nicht wieder geben. Dort gab Vater Heinz alles weiter an Sohn Ulli und als dieser viel zu zeitig starb, übernahm Peter Melkus das Heft des Handelns und nun führt dessen Sohn Sepp die Geschichte weiter.
Wenn ich mir aber die Historie der SEG - Rennwagen um die Person des ebenso erfolgreichen Willy Lehmann ansehe, dann muss man schon ein wenig Angst bekommen, denn hier beginnt schon das Rätselraten um ganz banale Dinge, an die damals kein Mensch, auch nur ansatzweise gedacht hätte.
Die stark verkürzte Fassung des internationalen Sportgesetzes, mit seinem berühmten "Anhang K" besagt es ja ganz klar:
"Das Fahrzeug muss in dieser Konfiguration an den Start gebracht werden, wie es in seiner aktiven Periode am Start war"!
Nun versuchen natürlich ganz "Schlaue" diese Lücke der fehlenden Informationen zu nutzen und ihre Fahrzeuge, ganz still und heimlich, zu modernisieren. Sie haben aber die Rechnung ohne uns "Alten" gemacht, denn noch leben wir und wir wissen, wie es damals war.
 
Stromhardt Kraft
Promotor der HAIGO
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